Unsere Kirchen sind geistliche Zentren unserer Pfarrei und prägen das religiöse Leben vor Ort. Sie sind Orte der Stille, des Gebets und der Feier gemeinsamer Gottesdienste. Jede unserer drei Kirchen hat ihre eigene Geschichte, ihre eigene Atmosphäre und ihre eigene architektonische Prägung – und doch verbindet sie alle die Einladung, einzutreten und sich vom Raum des Glaubens berühren zu lassen.
Ob zu den regelmäßigen Gottesdiensten, zu besonderen liturgischen Feiern oder einfach für einen Moment der Einkehr: Unsere Kirchen stehen allen offen. Wir laden Sie ein, die Vielfalt unserer geistlichen Räume kennenzulernen.
St. Martinus

Die katholische Pfarrkirche St. Martinus ist das geistliche Zentrum des Herten-Westerholter Ortskerns und prägt mit ihrem markanten Turm das Bild von Herten. Der eindrucksvolle Bau entstand von 1901 bis 1903 nach Plänen des Architekten Aloys Kersting im Stil der rheinischen Spätromantik. Charakteristisch sind die reich gegliederten Fassaden mit Radfenstern, die gestuften Portale sowie der apsidial geschlossene Staffelchor.
Im Inneren eröffnet sich eine klare, basilikale Raumordnung mit gebundenem System, Stützenwechsel und Kreuzrippengewölben. Besonders hervor treten die schwarzen Granitsäulen mit kunstvoll gestalteten Würfelkapitellen, das Blendtriforium und die farbintensive Ausmalung aus den Jahren 1928–1930. Bedeutende Ausstattungsstücke sind der geschnitzte Flügelaltar von 1908, die Kanzel mit Szenen aus dem Leben des heiligen Martin sowie eine Madonna aus dem 16. Jahrhundert. Die historische Orgel, 1909 erbaut und später mehrfach überarbeitet, prägt bis heute maßgeblich die musikalische Gestaltung des Gemeindelebens.
St. Ludgerus
Die Kirche St. Ludgerus, erbaut 1969–1972 nach den Plänen des Architekten Hans Schilling (Köln), prägt seit vielen Jahrzehnten das kirchliche Leben in Herten-Scherlebeck. Gemeinsam mit dem 2013 erweiterten Gemeindezentrum bildet sie einen wichtigen Mittelpunkt des geistlichen und sozialen Lebens der Gemeinde.
Eine Besonderheit der Kirche ist ihr muschelförmiger Grundriss, der dem Kirchenraum seinen charakteristischen, modernen Ausdruck verleiht. Besondere Akzente setzen zudem die farbenfrohen Kirchenfenster der Künstlerin Ingrid Vetter-Spilker, die Licht und Farbe in die Architektur einbeziehen. Am Eingang des Kirchplatzes begrüßt eine Statue des heiligen Ludgerus die Besucherinnen und Besucher. Sie wurde 1984 vom Bildhauer Hermann Kirchhoff geschaffen und zeigt den Heiligen traditionell mit einer Gans – einem Attribut, das mit Legenden um den heiligen Ludgerus verbunden ist. Auch die vier Stahlglocken sind älter als das heutige Kirchengebäude: Sie wurden bereits 1953 vom Bochumer Verein gegossen und beim Bau der neuen Kirche 1971 in den Glockenturm übernommen. Mit ihrer modernen Architektur, den Kunstwerken aus unterschiedlichen Jahrzehnten und dem lebendigen Gemeindeleben ist St. Ludgerus bis heute ein wichtiger Ort des Glaubens und der Begegnung in Scherlebeck.
St. Maria Heimsuchung
Die Kirche Maria Heimsuchung in Herten ist geprägt von einer eindrucksvollen, symbolreichen Ausstattung, die den Kirchenraum zu einem Ort dichter biblischer Bildsprache macht. Im Zentrum steht das große Kreuz des Berliner Künstlers Werner Gailis: Die ausgreifenden Arme und der aufblickende Christus verweisen auf das Vertrauen des Gekreuzigten – ein bewusst gewählter Moment des Gebets „Vater, in deine Hände…“. Die Balken des Kreuzes bestehen aus historischen Spurlatten des Bergwerks Schlägel & Eisen, deren Verwendung sich auch am Altar und Tabernakel wiederfindet.
Der Altar aus schweren, von Löwenpranken getragenen Steinplatten sowie das reich gestaltete Adlerpult mit alttestamentlichen und neutestamentlichen Szenen geben dem Chorraum eine klare liturgische Struktur. Der Osterleuchter entfaltet als „Lebensbaum“ ein theologisch dichtes Programm von Schöpfung über Verkündigung bis zur Auferstehung.
Besonders hervorzuheben sind die fünf Chorfenster des Künstlers Wilhelm Buschulte (1981), die zentrale Stationen aus dem Leben Mariens darstellen – von der Verkündigung über die Heimsuchung bis zum Auffinden des zwölfjährigen Jesus im Tempel. Weitere Akzente setzen die vier Evangelistenfiguren auf den Pfeilern sowie das Pfingstrelief des Bildhauers H. Seydfuden.
Ein charakteristisches Element der Gemeinde ist zudem der seit 1979 jährlich gestaltete Früchteteppich zur Erntedankwoche – ein Zeugnis gelebter Tradition und lokaler Glaubenskultur.





